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Wohnzimmer

Das Wohnzimmer verträgt weniger, als man denkt

Kein Raum wird so oft umgestellt und so selten geplant. Dabei entscheiden drei Maße darüber, ob ein Wohnzimmer funktioniert – lange bevor die Frage nach der Farbe kommt.

Helles Wohnzimmer mit grauem Sofa, gemusterten Kissen und einer Bilderwand
Lichtbedarf Fünf bis sieben Lichtpunkte, keine Deckenlampe allein
Stimmung Ruhig, warm, auf Gespräch ausgerichtet
Häufigster Fehler Alle Möbel an die Wand geschoben

Die meisten Wohnzimmer scheitern nicht an der Einrichtung, sondern an der Anordnung. Möbel wandern an die Wände, weil das nach mehr Platz aussieht, und die Mitte des Raums bleibt leer. Das Ergebnis ist ein Raum, der größer wirkt und schlechter funktioniert: Wer sich unterhalten will, sitzt zu weit auseinander.

Der Ausgangspunkt ist deshalb nicht die Wand, sondern der Abstand zwischen den Sitzplätzen.

Die drei Maße, die alles entscheiden

Sonnenlicht fällt auf einen gemusterten Vintage-Teppich unter dem Sofa
Groß genug, dass alle Sitzmöbel mit den Vorderfüßen darauf stehen: Der Teppich bindet die Gruppe zusammen.

Sitzabstand. Zwischen zwei Sitzplätzen, die miteinander im Gespräch stehen sollen, liegen idealerweise 2,40 bis 2,70 Meter. Darüber wird es anstrengend, darunter unangenehm eng. Ein Sofa und ein Sessel über Eck lösen das fast immer besser als zwei Sofas gegenüber.

Laufweg. Zwischen Couchtisch und Sofa gehören 40 bis 45 Zentimeter – genug, um die Beine auszustrecken, wenig genug, um die Tasse abzustellen, ohne aufzustehen. Für Wege durch den Raum rechnet man mit 80 Zentimetern.

Teppich. Der häufigste Kauffehler im ganzen Wohnbereich ist ein zu kleiner Teppich. Als Faustregel: Die Vorderfüße aller Sitzmöbel sollen darauf stehen. Bei einer normalen Sofagruppe bedeutet das 200 × 300 Zentimeter, nicht 160 × 230. Ein zu kleiner Teppich zerlegt die Sitzgruppe optisch, statt sie zusammenzubinden.

Licht in Schichten statt von oben

Stehleuchte mit warmem Licht neben einem Vorhang
Licht auf Augenhöhe statt von oben – der Unterschied zwischen hell und warm.

Eine Deckenleuchte allein macht jeden Raum flach. Was warm wirkt, sind mehrere kleine Lichtquellen auf unterschiedlicher Höhe: eine Stehleuchte hinter dem Sofa, eine Tischleuchte auf dem Sideboard, vielleicht ein Leuchtenpaar auf gleicher Ebene.

Fünf bis sieben Lichtpunkte klingen nach viel und sind es nicht – man schaltet ohnehin nie alle gleichzeitig ein. Wichtiger als die Menge ist die Farbtemperatur: alles zwischen 2200 und 2700 Kelvin, und zwar durchgängig. Eine einzige kaltweiße Lampe im Raum fällt sofort unangenehm auf.

Was an die Wand kommt und wie hoch

Bilder hängen fast immer zu hoch. Die Mitte des Bildes gehört auf etwa 145 Zentimeter über dem Boden – Augenhöhe im Stehen. Hängt das Bild über einem Sofa, orientiert man sich stattdessen an der Lehne: 20 bis 30 Zentimeter Abstand darüber, damit beides als eine Einheit gelesen wird.

Für eine Bildergruppe gilt: erst auf dem Boden auslegen, dann hängen. Der Abstand zwischen den Rahmen bleibt gleichmäßig, meist fünf bis acht Zentimeter. Und lieber wenige große Formate als viele kleine – eine Wand mit acht Postkartenrahmen wirkt unruhig, egal wie gut die Motive sind.

Der Fernseher

Er ist da, also plant man ihn ein, statt ihn zu verstecken. Zwei Dinge helfen: Die Bildschirmmitte gehört auf Augenhöhe im Sitzen, also etwa 100 bis 110 Zentimeter – deutlich tiefer, als die meisten Halterungen montiert werden. Und die dunkle Fläche verliert an Gewicht, wenn die Wand dahinter dunkler gestrichen ist als der Rest des Raums.

Kurz gefasst

  • 2,40 bis 2,70 Meter zwischen Sitzplätzen, die im Gespräch stehen
  • 40 bis 45 Zentimeter zwischen Sofa und Couchtisch
  • Teppich so groß, dass die Vorderfüße aller Sitzmöbel darauf stehen
  • Fünf bis sieben Lichtpunkte, durchgängig 2200 bis 2700 Kelvin
  • Bildmitte auf 145 Zentimeter, über dem Sofa 20 bis 30 Zentimeter Abstand

Weiter: Ein Schlafzimmer wird durch Weglassen besser