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Schlafzimmer

Ein Schlafzimmer wird durch Weglassen besser

Von allen Räumen der Wohnung ist das Schlafzimmer der einzige, den außer den Bewohnern niemand sieht. Genau deshalb wird er meistens zuletzt eingerichtet – und am schlechtesten.

Ruhiges Schlafzimmer mit gemachtem Bett und zwei warm leuchtenden Nachttischlampen
Lichtbedarf Niedrig, aber getrennt schaltbar auf beiden Seiten
Stimmung Dunkel, gedämpft, wenig Kontrast
Häufigster Fehler Bett unter dem Fenster statt an der ruhigen Wand

Es gibt keinen Raum, in dem sich Reduktion so schnell auszahlt. Ein Schlafzimmer braucht ein Bett, Ablage auf beiden Seiten, Licht zum Lesen und Platz für Kleidung. Alles Weitere ist optional und meistens im Weg.

Wohin das Bett gehört

Das Kopfende steht an der ruhigsten Wand des Raums – also nicht an der Wand zum Treppenhaus, zum Bad der Nachbarn oder zur Straße. Wenn es sich einrichten lässt, blickt man vom Bett aus zur Tür, ohne direkt davor zu liegen. Das ist kein esoterisches Prinzip, sondern schlicht angenehmer.

Unter dem Fenster ist der schlechteste Platz: Zugluft, Temperaturschwankungen, morgens Licht direkt ins Gesicht. Wenn der Grundriss nichts anderes hergibt, hilft ein hohes, gepolstertes Kopfteil.

Abstände: An den Längsseiten 60 bis 70 Zentimeter, damit man das Bett bequem beziehen kann. Am Fußende reichen 90 Zentimeter, wenn dort ein Weg entlangführt. Ein Doppelbett mit 30 Zentimetern Wandabstand auf einer Seite ist auf Dauer eine tägliche Ärgernis.

Licht, das nicht weckt

Bett mit getrennt schaltbaren Leseleuchten an der Wand
Getrennt schaltbar und gerichtet: Leselicht, das den anderen schlafen lässt.

Zwei Regeln reichen. Erstens: getrennt schaltbar auf beiden Seiten, damit einer lesen kann, während der andere schläft. Wandleuchten mit Schwenkarm sparen dabei die Nachttischfläche, die man ohnehin braucht.

Zweitens: warm und dimmbar. 2200 Kelvin am Abend, kein kaltweißes Licht nach acht. Wer nachts aufsteht, ist mit einer sehr schwachen Orientierungsleuchte in Bodennähe besser bedient als mit der Deckenlampe.

Stauraum, ohne den Raum zu verstellen

Kleiderschränke sind das größte Möbel im Raum und werden meistens zu flach gekauft. 60 Zentimeter Tiefe sind das Minimum, damit Bügel quer passen – bei 50 Zentimetern hängt alles schräg und die Türen schließen schlecht.

Wenn der Raum es hergibt, ist ein Schrank bis zur Decke fast immer die bessere Lösung als ein niedriger mit Kram obendrauf. Die Zone über 200 Zentimetern nimmt das auf, was man zweimal im Jahr braucht.

Unter dem Bett liegt weiterer Stauraum, den man ohne Umbau nutzen kann: flache Rollboxen für Bettwäsche und Winterkleidung. Vorausgesetzt, das Bett steht auf Füßen und nicht auf einem geschlossenen Sockel.

Textilien machen die Temperatur

Senfgelbe Kissen auf einer moosgrünen Tagesdecke
Wolle, Leinen, gedeckte Töne – Textilien machen im Schlafzimmer die Temperatur.

Ein Schlafzimmer wirkt kühl, wenn zu viele harte Oberflächen darin sind. Vorhänge bis auf den Boden, ein Teppich oder wenigstens Bettvorleger auf beiden Seiten, ein Überwurf – das dämpft auch den Hall, was den Raum ruhiger macht als jede Farbe.

Bei Vorhängen gilt: breiter aufhängen als das Fenster ist, und höher. Die Stange gehört dicht unter die Decke, nicht knapp über den Rahmen. Der Raum wirkt dadurch höher, und das Fenster größer.

Kurz gefasst

  • Kopfende an die ruhigste Wand, möglichst nicht unter das Fenster
  • 60 bis 70 Zentimeter Abstand an beiden Längsseiten
  • Leselicht getrennt schaltbar, warm und dimmbar
  • Kleiderschrank mindestens 60 Zentimeter tief
  • Vorhangstange dicht unter die Decke und breiter als das Fenster

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